wild, wilder, Kaiser

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Niederlagen und Rückschläge sind jedem Wettkämpfer sehr gut bekannt. Doch nicht nur beim Wettkampfklettern kommt es zu diesen. Auch beim Klettern am Fels, besonders beim Alpinklettern, wird man häufig damit konfrontiert.

 

Dies haben Thomas und Niklas letztes Wochenende wieder einmal zu spüren gekriegt. Diesmal ging es in den Wilden Kaiser zum Alpinklettern. Dort wollten wir die Schlemmerrisse (7+) (11 SL/280m) klettern.
Gleich morgens liefen wir los zum Fleischbankpfeiler. Eine Wand, die von der Griesneralm über den Eggersteig eigentlich in 1,5 Std erreichbar ist. Leider konnten wir durch den vielen Schnee den Steig nicht direkt finden. Nach gut einer Stunde stapfen im Schnee fanden wir ihn dann doch und waren mit etwas Verspätung am Wandeinstieg. Durch den vielen Schnee und den leichten Wind, war es doch noch ganz schön kalt an der schattigen Wand, sodass wir uns entschieden mit Jacken einzusteigen.

 

Zuerst ging es durch leichtes Gelände eine brüchige Rinne hoch, die Thomas vorstieg und dort ein bisschen aufräumte und lose Steine entfernte. Nach ca. 30 Metern baute sich Thomas einen Standplatz, Niklas kam nach, räumte noch das auf, was Thomas so übersehen hatte und stieg dann die nächste Seillänge vor. Diese ging immer noch durch die Rinne, aber langsam ein wenig steiler und grasiger. Hach, da schlägt das Alpinistenherz höher!

 

Da weder Bohrhaken noch halbwegs gute Möglichkeiten zur Absicherung vorhanden waren, machte sich Niklas minimal ins Hemd und verpasste so die Abzweigung nach rechts in die eigentliche Tour. Als Thomas nachkam, hingen wir beide an einem Normalhakenstand 10 Meter links von unserem richtigen Stand. Dazwischen eine fatzenglatte Kalkplatte.
Rüberqueren? Zu schwer, zu gefährlich…
Bis zum nächsten Stand Abseilen und dann die richtige Linie klettern? Zu wenig Zeit…

 

Also war die logische Konsequenz uns an den notdürftigen Ständen abzuseilen und etwas Material in der Wand lassen zu müssen. Das tut zwar im Herzen weh, ist aber manchmal das Vernünftigste.

 

Genau wie im Wettkampftraining ist es oft besser früher aufzuhören, wenn es nicht so läuft, bevor man sich ernsthaft verletzt!

 

Unten dann angekommen war erstmal Frustessen angesagt, als wir dann entschlossen an die Lofererer Steinplatte zu fahren. Gut gesicherte, sonnige Mehrseillängen im festen Kalk.
Genau das, was wir jetzt erstmal brauchten!
Dort kamen wir dann auch noch in den Genuss fantastischer Risskletterei, als wir die Direkte Südwestkante (7+) (5SL/125m) kletterten. Trotz, dass es dann am nächsten Morgen während des  Zustieges regnete und wir heimfahren mussten, war es ein gelungenes Wochenende.

 

 

Text: Niklas Kunze
Bilder: Niklas Kunze

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