Lead & Speed in Heilbronn (15.-16.09.18)

Jannes hat sich entschieden, euch heute einen intimen Einblick in sein Tagebuch zu gewähren. Genauer in den Eintrag vom 15.09.2018. Bitte würdigt das auch entsprechen!

 

Liebes Tagebuch,

 

heute musste ich um 6.00 Uhr morgens aufstehen, nur um auf einen Wettkampf zu gehen. Die aktuelle Laune war dementsprechend nur so mäßig toll. Die Bahn ist um 6.46 Uhr gefahren und am Bahnhof habe ich Dorian getroffen, mit dem ich zusammen zu David, Miri und Falk nach Plieningen gefahren bin. Auch Dori hat, der Uhrzeit geschuldet, noch ziemlich verballert ausgesehen. David, der Chef, war auf der Fahrt nach Heilbronn schon erstaunlich fit, obwohl er erst einen Café getrunken hatte. In Heilbronn angekommen, haben wir den Rest unserer Truppe aufgefunden, in einem ähnlich verpeilten Zustand. Weil der Wettkampf aber schon um 9.00 Uhr angefangen hat, mussten wir mit dem Wachwerden Gas geben, denn in der Qualifikation der Süddeutschen Meisterschaft Lead sollte man halbwegs wach sein, wenn man nicht schon an der zweiten Exe fallen will.

Der Wettkampf hat dann ziemlich entspannt angefangen, besonders für mich, weil ich in beiden Routen der letzte Starter war und ich mir so etwas mehr Zeit lassen konnte als die anderen. Soweit ich weiß hatten die anderen aber auch keine Probleme mit ihrer Qualifikation und konnten die Augen pünktlich um 9.00 Uhr weitgenug offenhalten um alle Griffe und Tritte zu sehen. Wie das aber immer bei Wettkämpfen so ist, schrauben die Routenschrauber nie das was man sich wünscht und ich hatte in der ersten Tour schon großen Bammel vor dem Zug an der ersten Exe abzurutschen (wie sich bei einem anderen Starter bestätigen sollte, war die Angst nicht ganz unberechtigt), als aber alle anderen vor mir locker über die Stelle gekommen sind (auch die unbeweglicheren meines Teams) hat es dann auch bei mir geklappt und ich konnte mich am Ende ziemlich gut in der Route platzieren. Auch bei Thomas lief es in der Route richtig gut und er konnte sich damit am Ende auch für die kommende Deutsche Meisterschaft in Darmstadt qualifizieren. Danach konnte ich noch David, als einem der letzten Starter in der ersten Qualifikationsroute (das Starterfeld wird halbiert und auf beide Routen verteilt, danach wird getauscht), beim beinahe Durchstieg zuschauen und mir schonmal eine eigene Lösung überlegen. Wie in der anderen Route auch, war ich auch hier wieder letzter Starter und hatte viele Starter vor mir, von denen ich mir etwas abschauen konnte. Als ich dann dran war, habe ich mich dann auch irgendwie bis kurz vor den Umlenker hochgewürgt und so konnte ich mich mit David zusammen für das Finale qualifizieren.

Als nächstes stand Speed auf dem Programm, wo es darum geht so schnell wie möglich eine weltweit genormte Route hochzuklettern. Hier habe ich aber nicht teilgenommen, weil mein kleiner Zeh ein bisschen verletzt war und ich es nicht noch schlimmer machen wollte. Dafür konnte ich wunderbar die Stuttgarter Sektionsraketen die Wand hochschreien. Das hat auch mit einigem Erfolg geklappt, denn Malena, Sina, David, Dorian und Falk sind alle eine Runde weitergekommen. Leider hat Malena und Sina im 1/8-Finale (K.O.-Runde 1 vs. 1, bis ins Finale) die ganze Geschwindigkeit nichts genutzt, weil sich beide wohl gedacht haben, dass sie den Buzzer nicht kaputt schlagen wollten (am Abschlag befindet sich ein Buzzer, wenn man diesen nicht trifft bekommt man keine Zeit eingetragen). Dafür haben aber Dorian (9. Platz), David (11. Platz) und Falk (12. Platz) richtig gute Ergebnisse erzielen können. Das lag natürlich nur daran, dass der Rest des Climbing Teams kräftig angefeuert hat. Okay und vielleicht auch daran, dass sie echt viel Trainiert hatten.

Auch wenn sich vier Herren unseres Teams unter den Top 20 Qualifiziert haben, waren es letztlich David und ich, die sich vor dem Finale in die Iso begeben mussten. Bei der weiblichen Fraktion unseres Teams, wurde zwar auch das Minimalziel, einen letzten Platz zu vermeiden, erreicht und alle konnten sich unter den Top 20 platzieren, aber mein Gefühl hat mir gesagt, dass Sina und Malena leider nicht ihr ganzes Potential hatten ausschöpfen können. Vermutlich lags an den Routen, oder dem Wetter, oder dem besagten frühen Aufstehen. Denn Regel Nr. 1: Es liegt nie an uns!

Das Finale war eine richtig coole Tour, in der David und ich aber leider beide Mist gebaut haben und uns so auf den zwei letzten Plätzen aus dem Finale platziert haben (David wurde, (trotz seines Alters) 7. und ich wurde 8.). Im Finale habe ich gemerkt, dass es sich mit einem zu großen Schuh leider nicht so gut hooken lässt und David meinte zu mir, dass er gemerkt hat, dass sein letzter Hook schon ein Weilchen her war und er deshalb, ein-zwei Mal, die Bizeps-betonte-Lösung verwendet hatte.

Insgesamt fand ich aber, dass es ein sehr guter Wettkampf war, der trotz zwei Wettkämpfen an einem Tag, reibungslos von der Bühne ging. Aber jetzt, liebes Tagebuch, muss ich Schluss machen, denn morgen findet nochmal ein Wettkampf in Heilbronn statt.

Also, in diesem Sinne bis morgen.

Dein Jannes 

 

 

Alle Ergebnisse des Wettkampfs findet ihr wie immer hier.

 

Text: Jannes Marx

Bilder: Hannes Kutza, DAV Fotograf (Vielen Dank fürs zur Verfügung stellen der tollen Bilder!)

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