Ein zu blauer Topas

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Die Erde ist ein schöner Ort, denn sie ist blau. Wie ein seltener  Edelstein funkelt der Planet, als einziger Ort an dem Leben existiert, in der unendlichen Leere des Weltraums.

Unser Planet besitzt eine Gesamtfläche von 510 Millionen Quadratkilometern, wovon 70,7 % mit Wasser bedeckt sind. Das bedeutet logischerweise, dass wir uns auf den verbleibenden 29,3 % der Erde aufhalten sollten, wenn wir keine nassen Füße bekommen wollen. Für die Landwirtschaft wird 9.6 %  benutzt (gut für die Bauern) und 7.9 % ist als Waldfläche ausgeschrieben (gut für die Jäger und Förster). Bleibt eine Fläche von 11.8 % übrig, welche für andere Aktivitäten genutzt werden können. Von diesem verbleibenden Rest bestehen 3.0 % aus ewigen Eis (gut für die Wintersportler) und 8.8% aus Wüste (gut für die Sandelkinder).

 

Und was ist mit den Kletterfelsen? Diese stehen entweder auf den Feldern der Bauern, im Wald oder in der Wüste. Kein Wunder, dass man da ständig Stress bei der Ausübung seines Sports hat. Nicht nur, dass man ständig mit dem Herunterfallen rechnen sollte. Manchmal muss man auch vor einem wildgewordenen Bauer, Jäger oder Naturschützer  Angst haben, welche den Sinn dieser Freizeitbeschäftigung noch nicht so ganz verstanden haben. Und wenn das alles nicht der Fall ist, zergeht man sicherlich bei den Extremen der Umgebungstemperaturen in der Wüste, oder im Eis.  Und dieser ganze Stress, obwohl nicht einmal 0.001 % der Weltoberfläche zum Klettern interessant ist! Aber zum Glück gibt es ja in einem Land wie Baden Württemberg eine Kletterregelung, die vorsieht, von den 0.001 % Vorhandenen, mindestens nochmal 95% der Steine im Land als Biotop auszuschreiben. Erstaunlich, dass man außerhalb von Kletterhallen trotzdem noch Orte zum Klettern in freier Natur findet. Daher ist man als Kletterer zum notorischen  "CO2 Bilanz Vernichter" und "Vielautofahrer" verdammt.  Vielleicht wird durch die globale Erwärmung Stuttgart bald eine Hafenstadt, dann könnte man vielleicht auf Surfen als Sport umsteigen. Das wäre etwas umweltschonender und man hätte wenigstens eine Verwendung für die 70.7% unserer Erdoberfläche. Aber bis dahin müssen wir wohl noch einige Ausfahrten machen.

 

Wie wir ja an der vorausgegangenen Rechnung gut sehen können, leiden wir generell gesehen nicht an Wassermangel auf unserem Planeten. Es scheitert wohl eher an der richtigen Verteilung der Materie. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass sich hier die Geister scheiden. Wer in Chemie im Unterricht aufgepasst hat, weiß, dass dieses Molekül  H2O in drei verschiedenen Aggregatszuständen auftreten kann, als Gas, flüssig- oder fester Stoff...Soweit zur Theorie. Generell habe ich nichts gegen die feste Form oder auch die Gasförmige, solange sich die Gasmoleküle brav in Wolkenform am Himmel aufhalten. Wenn diese jedoch beschließen ihren Aggregatzustand  zu ändern und sich in Tropfenform in Richtung Erdmittelpunkt bewegen, ist es leider aus mit der Toleranz.

 

Typisch ist, dass meisten während der Urlaubszeit, der Himmel die Angewohnheit besitzt  überdimensional viel des guten Nass aus den Schleusen laufen zu lassen. Toll ist jedoch, dass Wasser nach unten fließt und überhängende Felsen doch meist sehr lange trocken bleiben. Wieder ein Grund mehr, warum schwerer Klettern nur ein Vorteil ist.

Und warum hab ich euch das nun alles erzählt?

Natürlich aus gutem Anlass: Die Leistungsgruppe war in den Pfingstferien im Frankenjura unterwegs und hat sich mit den vielen überschüssigen Molekülen herumgeschlagen. Die Liste der regensicheren Felsen der Region wird gerne gegen eine kleine Spende veröffentlicht :) (Kontakt).

 

Im verzweifelten Versuch das ganze nun doch noch kurz zusammen zu fassen, kommt hier das Wichtigste in Kürze:

 

Auch zu diesem Bericht gibt es ein kurzes Video: "Die Fränkische ist einfach immer wieder schön"

 

Text: David Reiser

Bilder: Michael Müller

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