Bleau zieht uns magisch an

Es war alles geplant gewesen, die Pension im Tessin, das Auto, das Material. Doch es sollte anders kommen, denn das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. in der einen Woche der Herbstferien sollte es, laut Wetterbericht, im Tessin jeden Tag regnen - und dass war schon die bessere Vorhersage. Evtl. würde es auch schneien.

Zwei Tage vor der Abfahrt entschlossen wir uns daher schweren Herzens, unseren ersten Tessinurlaub auf ein andermal zu verschieben. Doch welche Alternativen hatten wir und wo würden wir innerhalb von 2 Tagen noch eine Unterkunft finden? Es blieb einfach nur Bleau übrig. Wer ein bisschen in den früheren Tourenberichten des Climbing Teams geblättert hat weiß, dass wir schon einige Male in Bleau waren. Kurz entschlossen also den bekannten Campingplatz angeschrieben und Zelt, Kocher, Töpfe … von der Sektion geholt. 

Als wir abfahrbereit im Auto saßen war der Stress der letzten Tage jedoch verflogen. Die Vorfreude aufs Bouldern war einfach zu groß um unserem ehemaligen Ziel hinterher zu trauern und viele offene Projekte in Bleau riefen bereits nach uns. 

Für einige von uns, war trotzdem ein unbekanntes Gebiet. Für Ben und Kilian sollte es das erste Mal in Bleau sein und für Felix zumindest das erste Mal mit uns.

Am Campingplatz angekommen bauten wir schnellstmöglich das Zelt auf um noch ausreichend Zeit übrig zu haben den ersten Fels unter die Finger zu bekommen. So starteten wir mit einem gelungenen Auftakt in den Boulderurlaub. Isatis, 95.2, Bas Cuvier, … wir ließen nichts aus.

Ich als alter Trainer war durchaus beeindruckt, wie meine Athleten über Boulder wie Helikopter, Canonball, und quasi drüber liefen. In den dynamsichen Boulderproblemen hatten sie eindeutig die Nase vorn. Zum Glück kann man in Bleau in so manchem Boulder auch ein bisschen Tricksen oder die perfektionierte Mantlerobbe auspacken, sodass ich ab und zu mal noch die Nase forn hatte.

An den Tagen, an denen wir vom Regen überrascht wurden waren wir natürlich trotzdem im Gebiet, auch wenn man bei Regen in Bleau nicht klettern kann (das Gestein wird brüchig wenn es nass ist). An diesen Tagen spielten wir mit unseren Freunden der Sektion Schwaben, die jeden Tag mit uns im Gebiet waren und sich auch einen Campingplatz mit uns teilten, fangen. Das war definitiv auch anstrengend weshalb wir danach sowohl von innen, als auch von außen nass waren. Bei der Autofahrt ließ sich das mit Heizlüftung auf Stufe 4 aber schnell wieder trocknen.

 

Auch dieser Bleau Urlaub war wieder ein voller Erfolg und ein toller Urlaub an den wir uns noch lang erinnern werden. Chironico im Tessin steht aber weiterhin an oberster Stelle auf unserer To-Do Liste. Zumindest nach Osp (Slowenien), denn da geht es in den Winterferien hin. Vorfreude ist die schönste Freude!

 

 

Text: Michael Müller

Bilder: Michael Müller

 

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